🇬🇧 Read in English →
Strategie Aktualisiert Juni 2026 · 7 Min. Lesezeit

Meilen auf
Geschäftsausgaben

Wenn du ein Schweizer KMU leitest oder selbständig bist, generieren deine Geschäftsausgaben bereits Wert für deinen Kartenaussteller. Die Frage ist, ob davon auch etwas zu dir zurückfliesst. Mit dem richtigen Setup werden aus CHF 5’000 monatlichen Geschäftsausgaben 50’000-80’000 Meilen pro Jahr — genug für einen einfachen Business-Class-Flug nach Asien.

Warum Geschäftsausgaben mehr Meilen bringen

Persönliche Karten verdienen zu einem Pauschalpreis auf alle Ausgaben. Die wichtigste Überlegung für Selbständige und KMU-Inhaber ist das Volumen: Wer alle Geschäftsausgaben über eine Meilenkarte abwickelt, sammelt erheblich mehr als mit dem reinen Privatkonsum.

Die Kartenoptionen

American Express Platinum (Swisscard) — geschäftlich genutzt

In der Schweiz gibt es kein separates Amex-Business-Platinum-Produkt von Swisscard. Die persönliche Amex Platinum kann jedoch für Geschäftsausgaben genutzt werden: 1 MR pro CHF, 2:1-Transfer zu Flying Blue und Miles & More. Wichtig: Für die Buchhaltung empfiehlt sich eine klare Trennung von privaten und geschäftlichen Ausgaben.

Cornercard Miles & More Platinum Duo

Die Cornercard M&M Platinum (Mastercard) verdient ~1,3 Meilen pro CHF und wird dank Mastercard wesentlich breiter akzeptiert als Amex. Für KMU mit hohem CHF-Inlandsvolumen ist dies eine starke Alternative mit direktem Meilenertrag.

Alpian Amex Platinum

Die Alpian Amex Platinum verdient dieselben MR-Punkte wie die Swisscard-Version und beinhaltet den vollen Priority Pass sowie Reiseversicherungsleistungen. Für Geschäftsinhaber, die Alpian bereits als Bank nutzen, ist die Konsolidierung praktisch. Die Kartengebühr ist hoch, aber ebenso das jährliche Guthaben.

Welche Ausgabenkategorien die meisten Meilen generieren

Geschäftliche AusgabenkategorieMonatliches Volumen (Beispiel)Jährliche Meilen (1 MR → 0,5 FB-Meilen)
Digitale Werbung (Meta, Google)CHF 2’00012’000
SaaS-Abonnements (Slack, Adobe etc.)CHF 5003’000
Reisen (Bahn, Hotels, Flüge)CHF 1’5009’000
Restaurant / KundenunterhaltungCHF 8004’800
Büromaterial / EquipmentCHF 5003’000
Total (Beispiel)CHF 5’300 / Monat31’800 / Jahr

Auf diesem Niveau finanziert allein der Geschäftsumsatz jährlich rund 60% einer einfachen Business-Class-Einlösung ZRH-SIN auf Flying Blue. Kombiniert mit privaten Ausgaben auf derselben Karte ist eine vollständige Einlösung innert 18-24 Monaten erreichbar, ohne je Meilen zu kaufen. Dieselbe Rechnung gilt ab Genf — und da Flying Blue das Programm von Air France/KLM ist, ist GVA dank des direkten Air-France-Netzwerks für diese Einlösung oft der naheliegendere Ausgangspunkt als Zürich.

Die Steuerfrage

Schweizer Steuerrecht ist für Geschäftskreditkarten generell vorteilhaft: Die Kartenprämie ist als Geschäftsausgabe abziehbar, wenn die Karte hauptsächlich geschäftlich genutzt wird. Die auf Geschäftsausgaben verdienten Meilen oder Punkte werden in der Schweiz derzeit nicht als steuerpflichtiges Einkommen behandelt — sie gelten als nicht-geldwerte Rükvergütung auf Geschäftsausgaben.

Wichtig — Treuhänder konsultieren

Die Steuerbehandlung variiert je nach Kanton und Unternehmensstruktur (AG, GmbH, Einzelunternehmen). Dies ist eine allgemeine Orientierung, keine Steuerberatung.

Pooling von geschäftlichen und privaten Punkten

Wenn du sowohl eine geschäftliche als auch eine private Amex im selben Haushalt hältst, lassen sich Amex MR-Punkte in der Regel in einem einzigen Konto für die Einlösung zusammenführen. Das heisst: die private Karte deines Partners bzw. deiner Partnerin, deine eigene private Karte und eine Geschäftskarte können alle in ein gemeinsames MR-Guthaben einzahlen — das beschleunigt den Weg zu einer Einlösung erheblich. Prüfe die aktuellen Pooling-Regeln von Swisscard, bevor du das so aufsetzt.

Die Mitarbeiterkarten-Frage

Für KMU mit Mitarbeitenden, die regelmässig reisen, gilt: Werden Zusatzkarten (weitere Karteninhaber) auf demselben Konto ausgegeben, generieren alle Reiseausgaben der Mitarbeitenden Punkte für den Hauptkarteninhaber. Das ist zulässig und weit verbreitet. Achte auf eine klare Spesenregelung und angemessene Ausgabenlimiten.

Die Chance

Die meisten Schweizer Freelancer und KMU-Inhaber zahlen Geschäftsausgaben mit einer Debitkarte oder einer Standardkreditkarte — und verdienen nichts. Eine Meilenkarte statt einer gewöhnlichen Karte zu nutzen kostet keinen zusätzlichen Franken und generiert jährlich eine substanzielle Meilenanzahl.

CHF 5’000 / Monat über Amex = ca. 30’000 Flying-Blue-Meilen pro Jahr. Das entspricht einem erheblichen Teil einer Business-Class-Einlösung Langstrecke — ohne zusätzliche Ausgaben.

Zur Einordnung: diese Amex-zu-Flying-Blue-Rate (0,5 Meilen pro CHF 1 nach dem 2:1-Transfer) entspricht genau der Rate, die die Viseca Flying Blue World Mastercard direkt gutschreibt — ohne Transferschritt, plus 1,5 Meilen pro CHF 2 speziell bei Air-France/KLM-Käufen (relevant bei direkter Buchung von Geschäftsreisen bei diesen Airlines). Sie sammelt nicht mehr als ein gepooltes Amex-Haushalts-Setup, ist aber eine einfachere Einzelkarten-Option, wenn du die Transferlogistik überspringen willst. Zielst du mit deinen Geschäftsausgaben auf Flying Blue, ist das auch unsere ehrliche Präferenz zwischen den beiden Programmen für diese Art von Freelancer-/KMU-Reisen — in unserer eigenen Erfahrung war Business-Class-Verfügbarkeit bei Flying Blue schlicht leichter zu finden als bei Miles & More.

KMU in der Schweiz?

Deine Ausgaben sollten
deine Flüge finanzieren.

Eine Beratung analysiert deine geschäftlichen Ausgabenkategorien und empfiehlt die optimale Kartenstruktur und das richtige Programm für deine Reiseziele.

Session buchen — CHF 79